Website-Tracking: Dem Kunden auf der Spur

2. November 2005 Kommentare deaktiviert für Website-Tracking: Dem Kunden auf der Spur Link zu diesem Artikel –  Erschienen in: acquisa

Website-Tracking, die Untersuchung des Nutzerverhaltens im Internet, liefert Kennzahlen zu individuellen Neigungen und Navigationsmustern. Daraus lassen sich wertvolle Hinweise für die Gestaltung anwenderfreundlicher und erfolgreicher Onlineangebote ableiten.

Ist seine »Look-to-Book-Ratio« nicht im Lot, dann schlägt René Roeders Tracking-Software lauthals Alarm. Den Teamleader Marketing des Fuhrparkmanagers Athlon Car Lease in Meerbusch interessiert, wie viele Klicks ein Internetnutzer theoretisch braucht, um ein Auto zu leasen. Und: Wie viele er in der Tat benötigt. »Soll-Abweichungen müssen wir durch Verbesserungen unserer Anwenderfreundlichkeit auf den Grund gehen«, so Roeder. Der Fuhrparkmanager, der 80 Prozent seines Umsatzes via Web generiert, legt Wert darauf, dass der Navigationsprozess für Kunden ideal und praxistauglich abläuft. Kennzahlen zeigen, ob Schaltflächen (Buttons) im Internet sichtbar und Listen für Nutzer übersichtlich gestaltet sind.

Tracking – so der Fachbegriff – ermöglicht es, Navigationsstrecken zu konfigurieren. Alles beginnt beim Einstieg auf einer Site. Die Methode beleuchtet Klickverhalten, Informations- und Produktsuche anonymer Nutzer und analysiert Lead-Generierung beziehungsweise Kaufabschlüsse.

Web-Analytic-Werkzeuge dienen der Prozessbeobachtung, beispielsweise bei der Gewinnung von Interessenten. Doch sie haben auch ihre Grenzen. »Sie liefern Zahlen, jedoch keine Interpretationen darüber, wie sich ein Prozess optimieren lässt«, sagt Ulrike Ziegler, Marketingchefin des Tracking-Software-anbieters Nedstat in Frankfurt.

Erst die Optimierung durch den Site-Betreiber selbst zielt darauf ab, den User dank anwenderfreundlicher Funktionen lange auf der Internetseite zu halten. Leasingexperte Roeder geht es um mehr: Er möchte wissen, auf welchen Wegen sich Web-Surfer über unterschiedliche Seiten bewegen. »Wir wollen deren Trampelpfade definieren.« Athlon untersucht dazu segmentspezifisch anonymisierte Benutzerdaten.

So genannte Pixelcodes, die in die einzelnen Seiten des Internetauftritts eingearbeitet sind, geben Hinweise auf den Navigationspfad von Nutzergruppen (Cluster), wie dem der Fuhrparkleiter. Sie zeigen beispielsweise, dass von der Seite, auf der sich ein Fuhrparkchef eingeloggt hat, ein »Trampelpfad« zu den Inhalten des Tankkartensystems verläuft. Roeder kann daraus Rückschlüsse ziehen, welche Themen Fuhrparkleiter interessieren und wie Athlon auf deren Bedürfnisse reagieren kann.

Entsprechend nutzt auch die Bertelsmann Stiftung in Gütersloh Website-Tracking, »um zu untersuchen, welche Themen wir weiter nach vorn holen müsse

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