Kolumne „Feierabend“: Wie Gott in Frankreich

2. April 2008 Kommentar Link zu diesem Artikel –  Erschienen in: acquisa

Viel Zeit nimmt er sich nicht für seine Leidenschaft, das sommerliche Savoir-vivre unter Platanen. Aber wenn es irgendwie geht, tauscht Direktmarketingberater Klaus Schantz Schlips und Anzug gegen Freizeitkleidung und startet ins Roussillon. Um abzuschalten, wie er sagt. Sein Herz gehört einem malerischen Küstenstädtchen vor der Kulisse der Pyrenäen, um dessen Namen Schantz ein großes Geheimnis macht. „Dort werde ich irgendwann meinen Lebensabend genießen“, verrät der umtriebige Dozent und Trainer grinsend. Schantz, der im Laufe seiner Karriere Marketingdirektor einer Bankengruppe und Assistent des DM-Gurus Professor Siegfried Vögele war, schwärmt von den „intensiven Farben und der Klarheit des Lichts“ an jenem Ort. Kein Wunder: Das südfranzösische Städtchen zog Anfang des 20. Jahrhunderts zahlreiche moderne Maler an – vorne weg Matisse, Gris und Picasso.

Auch Klaus Schantz nutzt die dortige Stimmung, um die Seele baumeln zu lassen: „Nichts ist schöner, als das Erwachen des Tages zu erleben“, bekennt der eingefleischte Frühaufsteher. Wenn sich die Sonne langsam aus dem Meer erhebt und die Marktbeschicker ihre Stände aufbauen, ist das für den Chef des Hamburger und Wiener Instituts Schantz, Neubauer und Partner wie Ostern und Weihnachten zusammen. Oder wenn der im normalen Leben „zielstrebige Steinbock“ sich in der Boulangerie ein ofenfrisches Croissant besorgt, durch die Altstadt schlendert und unterhalb der Zitadelle Meerestiere direkt vom Boot kauft.

Überhaupt ist der Mann, der im Tagesgeschäft angehende Fachwirte in der Dialogmarketingkunst an den Akademien in Haan (DDA) und Wien (DAA) unterweist, ein Genießer. Als Gourmet und Sammler französischer Rotweine liebt er es, mit Verkostungsfanatikern fachzusimpeln oder Freunde zu bekochen. Dann gibt es Krevetten, Doraden oder Moules à la Crème – Muscheln in Sahnesauce. Und zwischen Apéritif und Oliven sowie Dessert und Petit Café wird parliert und gelacht.

An manch schönem Abend, an dem er der Brandung der Wellen in seinem Lieblingsort im französischen Rousillon lauscht sowie seiner inneren Stimme Gehör verschafft, hat sich Schantz geschworen, beruflich ein wenig kürzer zu treten und sich stärker „den schönen Dingen des Lebens hinzugeben“. Macht er natürlich nicht. Weil er seinen Job liebt und den Kunden auch nicht „Nein“ sagen mag. Wenn es dem DM-Experten zwischen Flieger, Seminar und Büro dann doch einmal zu bunt wird, träumt er eben von einem pittoresken Örtchen an der südfranzösischen Küste …

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