Kolumne „Feierabend“: Der Genuss-Manager

8. Februar 2012 Kommentar Link zu diesem Artikel –  Erschienen in: acquisa

„Genuss ist intensives Schmecken und Erleben.“ Ralf Strehlau, Chef der 2002 gegründeten Anxo Management Consulting in Düsseldorf und Frankfurt am Main, lebt das. Er ist Genießer von köstlichen Speisen. Und Fan von erlesenen Weinen, deren Anbaugebiete er mit seiner Familie selbst erwandert hat. Zudem liebt es der Interimsmanager, der 2008 und 2009 einen Teil der strategischen Neuausrichtung der D+S europe vorbereitete und von 2002 bis 2004 den Wandel der ehemaligen Pan-Adress und Consodata in Acxiom vorantrieb, Gambas in Olivenöl mit Knoblauch und Chili zuzubereiten. „Bei Fisch habe ich zwar meinen Kampf mit meinen zehnjährigen Töchtern. Aber als gebürtiger Hamburger empfinde ich es als meine Pflicht, die Zwillinge an gute Fischgerichte heranzuführen“, schmunzelt der 46-jährige Diplom-Kaufmann.

Unter der Woche bei Anxo verantwortlich für Unternehmensstrategien, Marketing und Veränderungsprozesse, steht Strehlau am Wochenende am liebsten zusammen mit seiner Frau am Herd. Er ist dann zuständig für „das Grobe, wie Kürbisse zerteilen“ sowie Fisch und Fleisch. „Ich schalte bei der Zubereitung von Speisen vollkommen ab“, bekennt er. Beim Kochen gehe es nicht um Effizienz. „Da lasse ich mir alle Zeit der Welt und häute sogar stundenlang Pilze. Das würde ich im übertragenen Sinne im Job niemals machen“, betont der Vorsitzende des Fachverbands Management & Marketing im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU). Im Job müsse man die Erwartungen des Kunden überfüllen, ohne dabei zu überziehen. Eine Gratwanderung – zumindest, wenn der Kunde den Zusatzaufwand nicht goutiere.

Strehlau ist ein facettenreicher Typ: Strategiewerkzeuge wie Ansoff-Matrix und Co. skizziert er aus dem Stegreif. „Aber manchmal sind die, die mich als strukturierten Analytiker kennen, verwundert, wenn ich in bestimmten Situationen Themen wie Kreativität angehe und die Analytik beiseite lasse“, erzählt der Manager. Dabei hat er sich durchaus seinen kindlichen Charme bewahrt. Das sieht man, wenn Strehlau in Kongresspausen freudestrahlend ein mobiles Gadget der neuesten Generation in den Armen wiegt und mit viel Spaß auf dem Gerät herumklickt. Rückt das Wochenende näher, lässt ihn der Hang zu gestalten nicht los. Entgegnet Strehlaus Familie auf die Frage „Wie ist der Plan fürs Wochenende?“ ein entschiedenes „Nichts tun!“, dann macht er sich „frei vom Effizienzwahn“ und überlegt, was er am Wochenende kochen wird.

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