Opt-in-Datenbank: Handlungsfähig trotz unsicherer Rechtsauslegung

4. Februar 2010 Kommentar Link zu diesem Artikel –  Erschienen in: Dialog

Kunden fragen zunehmend danach, welche Daten Unternehmen über sie gespeichert haben – auch wenn gerade kein Werbekontakt stattgefunden hat. Diese Erfahrung machen derzeit viele Unternehmen. Der DPV Deutscher Pressevertrieb arbeitet seit einiger Zeit mit einer Opt-in-Datenbank, die nicht nur die Umstände einer Werbeerlaubnis genau dokumentiert. Der DPV beschäftigt sich auch intensiv mit der Frage, ob ein Opt-in nach der aktuellen Rechtsauslegung auch künftig haltbar ist. Das ist laut Philipp Woermann, DPV-Direktkundenmarketingchef, abhängig davon, mit welchen Formulierungen und wofür die jeweilige Werbeerlaubnis gewonnen wurde. Darf man beispielsweise einem „Geo“-Leser, der ein „Medien-Opt-in“ gegeben hat, auch ein Abo für ein „Geo“-Derivat anbieten? Darf man einem Abonnenten von „Essen & Trinken“ auch die „Essen & Trinken“-Weinschule anbieten, die kein Medienprodukt ist?

Weil hier die künftige Rechtsauslegung unsicher ist, gibt es unterschiedliche Arten von Opt-ins, die beim DPV in einer zentralen Datenbank zusammenlaufen und per Code mit dem Werbemittel beziehungsweise Werbemedium verknüpft sind. „Kommt jetzt überraschend ein Grundsatzurteil zu dem Schluss, dass eine bestimmte Opt-in-Gewinnung nicht rechtens ist, können wir über den Code des Werbemittels alle ungültigen Opt-ins ,chirurgisch‘ löschen. So bleiben die übrigen Opt-ins bestehen“, berichtet Woermann. Vor rund drei Jahren hatte der DPV sein gesamtes Opt-in-System auf null zurückgesetzt, um in Zukunft sicher sein zu können, dass die Datenbank des Unternehmens nur noch nachweisbare Opt-ins enthält.

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