Werbepräsenz per Mausklick: Planungsplattform Mangocon soll Buchung von Ambient-Medien vereinfachen

16. Februar 2006 Kommentar Link zu diesem Artikel –  Erschienen in: Horizont

Auf Stehtischen, auf Kopfstützen in Taxen, selbst in öffentlichen WCs – Werbung via Ambient Media erreicht ihre Zielgruppe nahezu überall. Die Planung der Werbeartikel gestaltet sich allerdings bislang äußerst umständlich. Das finden auch Anbieter wie Taxi-AD, Fitness-Company und Kolja Wehleit, CRM-Berater in Hamburg: Mit Mangocon wollen sie demnächst eine Planungs- und Buchungsplattform für Ambient Medien im Internet launchen.

„Mit dem Planungstool wird die nicht klassische Außenwerbung auf ein Niveau gehoben, das im klassischen Werbemarkt längst etabliert ist“, glaubt Sebastian Schulz, National Sales Manager bei Fitness Company, Frankfurt. Mangocon soll als Schnittstelle zwischen Buchungssystemen von Agenturen und Spezialmittlern einzelne Ambient-Medien verknüpfen und somit die Werbeflächenverwaltung bundesweit standardisieren.

Unter Mangocon.de können Planer künftig per Mausklick zeitsparend bewerkstelligen, was sie zuvor in zahlreichen Telefonaten und durch den mühsamen Vergleich einzelner Excel-Tabellen klären mussten. Zum Beispiel, die Frage, welche Plattformen in Cafés im Münchner Stadtviertel Schwabing vorhanden sind, und ob die Kopfstützen der Hannoveraner Taxen während der CeBIT noch frei sind. „Anbieter müssen einen hohen Aufwand betreiben, um Gesamtprozesse vom ersten Kontakt bis zur finalen Buchung abzubilden“, sagt Schulz. Statt integrierter Lösungen beherrschen Lose-Blatt-Sammlungen den Planungsalltag. Customer-Relationship-Management-Berater Wehleit stimmt zu: „Die bisherigen Systeme kommunizieren nicht miteinander. Der Aufwand, standardisierte Angebote zu vergleichen, ist hoch.“ Nach seiner Schätzung werden täglich 20.000 Euro bei Verwaltung und Planung von Ambient-Kampagnen in Deutschland durch fehlende Effizienz verbrannt.

In Echtzeit erhalten Werbungtreibende Informationen über Kosten unterschiedlicher Ambient-Medien, deren Standort sowie freie Kampagnenzeiträume. Ebenso integriert sind Marktforschungs-Panels: Dazu gehören Geo-Daten zu Nielsen-Gebieten, demografische Zielgruppendaten und Informationen über den Ort, an dem etwa Bierdeckel oder Duschvorhang platziert sind.

Bernd Rabsahl, Geschäftsführer des Spezialmittlers It Works, Düsseldorf, hofft über das Tool Daten, Preise und Wunschpakete künftig effizienter als bisher anzubieten. „Mangocon wird sicherlich von vielen Planern genutzt werden, wenn dort für Informationstiefe in Hinblick auf Zielgruppen, Aktualität und Flexibilität gesorgt ist.“

Andere Dienstleister wiederum reagieren skeptisch auf Mangocon. Sie befürchten etwaiges Dumping durch eine direkte Vergleichbarkeit der Angebote, auch wenn Markttransparenz ausdrücklich gewünscht ist.

„Es muss vermieden werden, dass auf den ersten Blick gleichwertige Medien ausschließlich über den Preis verglichen werden“, sagt Harry Leyendecker, Geschäftsführer der Sit & Watch Media Group, Bielefeld. Obwohl er zugeben muss: „Die Kommunikation mit den Mediaagenturen wird durch das Tool einfacher.“

Pedro Anacker, Vorstand von Edgar Medien, Hamburg, ist ebenfalls unschlüssig. „Wir sehen Mangocon für einige Kollegen, besonders kleinere Anbieter, als sinnvoll an und bewerten das Werkzeug als Flanke für die Beratung.“ Vermutlich wird sich Edgar Mangocon jedoch nicht anschließen, da Anacker seine eigene Planungslösung voran treiben will, die übrigens Pate für Mangocon stand.

Da sich auf der Edgar-Plattform monatlich rund 300 Kunden tummeln, die ausschließlich über den hauseigenen Vertrieb buchen, hält der Edgar-Chef am bisherigen Prozedere fest. Ambient-Media-Planung sei eben ein beratungsintensives Geschäft.

In diesem Punkt gibt Karsten Warrink ihm Recht. „Der persönliche Vertrieb kann entlastet, aber in keiner Weise ersetzt werden“, so der Vorstandschef des Fachverbandes Ambient Media und Geschäftsführer von Amber Media, Berlin. Aber gerade deshalb setzen er und Mitstreiter Falk Röbbelen, Chef von Taxi-AD, auf die neue Lösung. „Für uns ist die Transparenz für die Agenturen entscheidend“, sagt Röbbelen. „Die Planungs- und Buchungsplattform birgt enormes Potenzial, indem sie mehr zeigt als nur Preis, Foto und Fläche.“

Carola Eckert, Geschäftsführerin der Mediaagentur Networks, Frankfurt, stellt als Erfolgskriterium für Mangocon heraus, dass so viele Anbieter wie möglich auf der Plattform vertreten sein müssen: „Es ist wichtig, eine möglichst große Marktabdeckung zu erreichen.“

Im Frühjahr wollen die Macher ihr Konzept zunächst den Mediaagenturen vorstellen. Auch eine spätere Allianz mit klassischen Außenwerbern ist nicht ausgeschlossen. Schulz ist optimistisch: „Wenn die kritische Masse an Teilnehmern erreicht ist, kommt der Traffic von allein.“

Planungstool

  • Mangocon liefert Informationen über Kosten unterschiedlicher Ambient-Medien, deren Standorte sowie freie Kampagnenzeiträume.
  • Gründer des Tools: Fitness-Company, Taxi-AD, Brand Van, Amber Media und CRM-Berater Kolja Wehleit.
  • Aufgrund der direkten Vergleichbarkeit der Angebote fürchten manche Anbieter Preis-Dumping.
  • Mediaagenturen wird das Tool in einer Roadshow vorgestellt.

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