Online-Marketer-Schulbank-Tagebuch, Teil #2: Social wider den Wissensverfall

9. November 2013 Kommentar Link zu diesem Artikel

„Wir leben in exponenziellen Zeiten. Spannenden Zeiten, die von enormem Wissensverfall geprägt sind“, sagt mein Social-Media-Basics-Dozent, Markus Willnauer. So ungefähr begründet der Agenturchef von COHEN+WEST in Hamburg in unserer ersten „echt-digitalen“ Vorlesungsrunde an der DDA, warum ganze Heerscharen von Individuen kulturell plötzlich auf Vernetzung aus sind. Und auf Wissensaustausch über Technik – eben auf das, was Social Media ausmacht.

Willkommen exponentielle Zeiten (Quelle: Youtube)

 

Während sich die Samwer-Brüder jetzt auch auf Mikrokredite kapriziieren, und ganze Start-up-Horden auf Crowd-Finanzierung hoffen, krempeln Springer und Gruner und Jahr ihre Verlagslandschaft um. Alldieweil eröffnet der Berliner Interneterklärer Sascha Lobo ein Social-Commerce-orientiertes E-Book-Verlags-Pendant. Tesco-Kunden in Korea kaufen unterdessen munter und längst gewohnt Lebensmittel per Augmented Reality und lassen Zahnpasta, Klopapier und Gemüse liefern. Ähnliches passiert bei der Walmart-Beteiligung Yihaodian in China. Unterdessen teilen wir per App Autos, tweeten Games. Und leise formiert sich eine mediale Zweiklassengesellschaft („Culture Gap“, „Generation Neuland versus die Ypseloner, Nerds und Co. in ihrer etwas jüngeren Altersklasse). Längst geht es darum, Inhalte (als kommunikative Quintessenz) technisch zu adaptieren und ein One-to-one durch ein One-to-Many zu ersetzen. Kein Wunder, dass Werber in letzter Zeit ihr Glaubensbekenntnis zu einer uralten Form eloquenterWerbung ablegen (Editorial- bzw. Content-Marketing), die nichts weiter meint, als Werbung werbefrei zu machen – mit den guten alten Mehrwerten und Helos. Eben das was gute Pressearbeit auszeichnen kann, die bewusst auf Produkt-PR und Eigenlob verzichtet.

Willnauer hat in seiner Vorlesung die Luft aus den Schlagworten zum Thema Social herausgelassen („Viele Aufrufe zur Kommunikationsbeteiligung sind nicht ehrlich gemeint“). Dabei hat er trotz allen Fortschrittsglaubens nie das Medien-Orchester aus Klassik und Below the Line aus dem Auge gelassen.  Und auch sonst fand er klare Worte über Grenzland: „Stell dir vor, du dringst nicht durch, und deine Fans gehören dir nicht  …“ Eine gelungene Vorlesung , die dem Basic-Anspruch absolut gerecht wird. Jetzt heißt es, gespannt auf die Fortsetzung zu warten.

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