Online-Marketer-Schulbank-Tagebuch, Teil #5: Schwarzbrot für die Abschlussprüfung

17. März 2014 Kommentar Link zu diesem Artikel

Von der Wahl der Mittel: Welche Kampagnenideen und Online-Marketing-Instrumente im Planspiel sinnig sind, damit besonders junge, modische Menschen einen Lifestyle-Flitzer begehren.

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So machen Markenkooperationen Spaß: Kreative Konzepte von flotten Flitzern und Kosmetikern jenseits klassischer Mediadaten spielen – auch eine Idee

 

Ein paar Definitionen. Ein Konzept. Und vor allem eine Kampagnen-Idee. All das forderte der Konzeptioner meiner Abschlussklausur zum Online Marketing Manager an der DDA von mir: Eine Idee, die im Rahmen des Marketingmix a) bei der Interessengewinnung und b) beim After-Sales-Prozess ansetzt. Und eine, die sich allein auf Online-Marketing für dynamische Digital-Natives konzentriert. Die Kirche dieser Subzielgruppe besteht vermutlich aus Lifestyle pur, aber das nur nebenbei. Anderthalb Stunden Zeit verbleiben.

Event greift in Interessenten- und damit Kundenbindungsprogramm

Aus meinen Gedanken kroch sofort ein Musik-Festival, veranstaltet in verschiedenen deutschen Metropolen. Es sollte den online zu bewerbenden Lifestyle-Flitzer sympathisch und kauferwägenswert machen. Und es sollte affine Menschen in chilliger Atmosphäre versammeln. Mit coolen, vielversprechenden Newcomer-Künstlern. So Newcomer-mäßig, wie sich die Sub-Zielgruppe aus Absolventen, im handwerklichen Sinne Luxus-Gesellen, Berufseinsteigern und nerdigen Freelancern (so stelle ich mir die Subkultur vor) ein Stück weit selbst sehen dürfte.

Ein Interessenprogramm sollte einerseits auf das Event hinarbeiten – mit viel Storytelling (etwa: „Backstage“), „Backlinks-inklusive“-Pressearbeit für die generische Suche und Advertorials sowie mobiler Event-Registrierung. Andererseits braucht meine Idee Mechanismen, die die Festival-Interessenten peu à peu in das Flitzer-Kundenbindungsprogramm überführen. Und die an der „Übergabestation“ mit Probefahrten, Push-Nachrichten, emotionalen E-Mails, aber spätestens auch auf der Zielgerade zum Kauf mit multisensorischen Mailings arbeiten.

Wie viel Mainstream muss es sein?

Instrumentale Protagonisten rekrutierten sich aus Paid, Earned und Owned Media: etwa von Display Ads (lokal und zeitlich ausgesteuert) und Digital Signage über Social Media (Anzeigen und Pinnwände, ausgewählte Netzwerke) bei fortlaufendem Involvement bis hin zur bezahlten Suche beim Platzhirschen Google. Erklärtes Ziel am Ende des Funnel: den Sack zumachen, Anschaffungen unterstützen.

Im Fokus meiner Idee standen trendbewusste Menschen, die „mainstreamig“, aber im Selbstverständnis doch „ganz schön abgedreht“ sind. Welche Musik hören diese jungen Wilden? Ein bisschen Sharon Jones, ein bisschen verwegenen Hip-Hop? Was denken, kaufen, fühlen, sprechen und teilen sie? Wie solvent sind sie – Stichwort Finanzierungsangebote, Gebrauchtwagen, aber auch Erbengeneration („Omi zahlt“)? Und inwieweit sind die solventeren Jung-Freelancer für stylische Kleinautos eines schicken, deutschen Automobilbauers ebenfalls empfänglich?

Jetzt bitte das Topping

90 Minuten reichen mir gerade mal für das konzeptionelle Schwarzbrot: die wichtigsten Argumente, Erläuterungen und Grundzüge einer rudimentären Taktik. Prio-drei-Instrumente außen vor (schlau?). Und Unschärfen wie Details zur Event-Preis-Politik und dem zunächst grobkörnigen Funnel vom Veranstaltungs-Lead über die Probefahrt bis zum Käufer klären sich später aus mir heraus – als würde ich in einem 80er-Jahre-Fotolabor ein Bild entwickeln.

Längst träume ich von cleveren, weil selbst konfigurierten Markenkooperationen abseits der Standard-Mediadaten (siehe auch U-Bahnfundstückfoto). Von spezifischen Web-Radio-Programmen als Medienpartnern. Und von intelligenten Plakaten – an Orten, wo die spaßverwöhnte Jungend Szenelimonaden nippend über das Selfie, sich und die Welt zu sinnieren pflegt. Ferner über Push-Nachrichten in Digital-Signage-Reichweite. Oder Interaktionen mit neuartigen Wearables, die auch ein Event mit Hilfe von Triggern bereichern können. Kostenloses WIFI oder zumindest Bluetooth machen’s möglich. Der Buzzer-gleiche, den Quiz-Shows entsprungene Like-Button zum Anfassen auf dem Event? Na klar. Inszenierte Selfie-Arenen mit gebrandeten Kameras? Aber sicher. Doch das wäre eine Frage der nächsten 90 Minuten und des Toppings auf dem Schwarzbrot, oder?

 

 

 

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