Online-Marketer-Schulbank-Tagebuch, Teil #6: Karrieresprungbrett Online Marketing Manager/Fachwirt? – Mach. Was. Draus!

5. Dezember 2014 Kommentar Link zu diesem Artikel

Es herrscht Abschlussballstimmung in Klärchens Berliner Ballhaus. Menschen in schillernder Abendgarderobe prosten sich zu. Wir feiern jede Menge frisch gebackener, zertifizierter Online Marketing Fachwirte und Manager. Und wir feiern das Ende einer anstrengenden, intensiven Zeit an der Deutschen Dialogmarketing Akademie einerseits. Für einige Teilnehmer bedeutet deren Zertifikat andererseits den Start in eine neue berufliche Phase. – Eine Bilanz: Was hat’s gebracht?

Einblicke in die Gedankenwelt brillianter Köpfe wie Robert Käfer (links): Der Head of Marketing bei Mister Spex referierte nahezu aus dem Nähkästchen über alternative und kreative Vertriebswege und wurde verdient zum Dozenten des Jahres gekürt (Bildquelle: DDA / Bernd Schönberger)

Studienmonate gespickt mit Wochenendvorlesungen über Strategien und Taktiken des Online-Marketings sind vorüber. Unter anderem Referate unserer Praxisdozenten über Suche, Mobile, Social, UX (User Experience), Bewegtbild, Analytics und E-Commerce haben uns eine Momentaufnahme eines hyperdynamischen Marktes beschert. Damit gelingt es, die digitale Welt und ihre Protagonisten besser zu verstehen, das eigene Netzwerk zu erweitern, bei den Digitaltrends tiefer unter der Oberfläche zu kratzen, die eine oder andere weitreichende Einsicht zu gewinnen, mehr Themen- und Geschäftsideen für den Marketingmix zu entwickeln und den eigenen Horizont auszudehnen – alles im Rahmen der Möglichkeiten, die die Studieninhalte für ein halbes Jahr berufsbegleitend eben so bieten.

Karrieresprungbrett Fachwirt?

Dem Gros meiner Studienkollegen, das den Online Marketing Fachwirt erworben hat, verlangte das Akademiestudium eine Menge Aufwand und Energie neben dem eigentlichen Job ab: Anstatt einer einzigen Klausur, wie wir Online Marketing Manager sie zu bearbeiten hatten, schrieben die übrigen 80 Prozent meiner Hamburger Klasse – Kundenberater, Projekt- und Kampagnenmanager, Kreative, SEAs und Affiliate-Marketer – insgesamt fünf Klausuren, stellten sich einer mündlichen Prüfung, verfassten eine Diplomarbeit und entwickelten ein Agenturprojekt, das eine Expertenjury kritisch beäugte. Jetzt halten alle – auch die übrigen DDA-Standorte von Berlin bis Stuttgart, die sich zum Finale in der Bundeshauptstadt versammelt haben, ihr Diplom nebst europäischem FEDMA-Zertifikat in Händen.

„Es ist praktisch, einen Online-Fachwirt als Türöffner zu haben“

„Es ist praktisch, einen Online-Fachwirt als Türöffner zu haben“ (Bildquelle: DDA / Bernd Schönberger)

Nicht jeder meiner Mitstreiter arbeitet schon in einem neuen, besser dotierten Job. Für einen Teilnehmer – derzeit noch Junior Search Manager in einer weitsichtigen Digitalagentur – gehöre der Fachwirt sogar zu einer Pflichtveranstaltung im ersten Arbeitsjahr. Man tue dort etwas für den Nachwuchs. Andere Kommilitonen bewerben sich allerdings schon, hören sich die Offerten von Headhuntern an und ahnen karrieristische Verbesserungen: „Es ist praktisch, einen Online-Fachwirt als Türöffner zu haben“, skizziert eine Studienkollegin aus der Agenturszene. In klassischen und Dialogagenturen werde Digital weiter ausgebaut und sei inzwischen wichtiger Geschäftsbestandteil, begründet sie. Eine andere Jahrgangskollegin ist bereits zum Studienende hin aus einem halb papiernen Geschäft in ein komplett digitales Business ans andere Ende der Republik gewechselt und scheint sehr glücklich damit. Und ein Kommilitone arbeitet neuerdings in einem namhaften Digitalkonzern, der ihm zusätzlich zur aufstrebenden Position ein berufsbegleitendes Online-Marketing-Masterstudium an einer renommierten, privaten Managementhochschule ermöglicht.

Studienmonate für den Faktor „Free your mind“

Mein fast druckfrischer „Online Marketing Manager“ steht für mein persönliches „Du. Willst. Was.“-Projekt: Nach zehn Jahren Abschluss als DM-Fachwirtin an derselben Akademie habe ich mir aus Zeitgründen die „Fachmodul-only“-Variante des „Manager“ gegönnt: Und der ist gut gelaufen. Nicht nur, weil ich in meiner einzigen Klausur knapp die volle Punktzahl erhalten habe („inhaltlich unbestreitbar die 100 Punkte, aber einen Punkt Abzug wegen der kaum lesbaren Schrift“). Aber viel wichtiger: Es sind vor allem neue Impulse, Kontakte, Kooperationen und Aufträge – direkt und indirekt – zu mir gekommen. Und ich durfte Einblick in die Gedankenwelt einiger brillianter Köpfe nehmen – darunter der visionäre Robert Käfert, Head of Marketing beim Berliner Brillen-Online-Händler Mister Spex. Ihn hat die DDA auf unserem „Abschlussball“ verdienterweise zum Dozenten des Jahres gekürt. Käfert referierte auf einem DDA-Campus im Frühling nahezu aus dem Mister-Spexschen Nähkästchen über alternative und vor allem kreative Vertriebswege abseits der klassischen Marktplätze im E-Commerce. (In diesem Sinne, liebe DDA: Bitte engagiert noch mehr Marketinganwender als Dozenten!) Meine weiteren beiden persönlichen Highlight-Vorträge hielten Boris Lakowski, der uns kompetent, stringent und glasklar die Potenziale und Grenzen von Social Media aufzeigte, sowie Matthias Mühlenhoff. Der Geschäftsführer von Elephant Seven in Hamburg brachte uns in Carl von Clausewitzscher Manier Strategie und Taktik des „Internet als Marketinginstrument“ näher und beleuchtete damit Kanal für Kanal, Instrument für Instrument – eingebettet in das große Ganze eines strategisch durchdachten Marketingmix. Mühlenhoff lieferte darüber hinaus einen gehaltvollen Zukunftsblick auf die Auswirkungen der Multi-Screen-Nutzung von Konsumenten.

Ausgangspunkt für Eigeninitiative

Der Online Marketing Fachwirt bzw. Manager bietet eine gute Grundlage, sich tiefer mit dem Digitalgeschäft zu verwurzeln, und stellt daher den Humus für vor allem digitale Professionals dar, die ihre Karriere starten oder sich verändern wollen oder die, wie ich, ihre typbedingte Wissbgier nicht zügeln und ein weiteres Element im Portfolio anbauen bzw. intensivieren wollen. Dennoch sei betont: Es kommt auch mit Zertifikat karrieretechnisch nur derjenige weiter, der Eigeninitiative entfaltet, der im Job das umzusetzen versucht, was er im Studium angedacht oder – wie Keywords einbuchen – doch nur kurz praktisch gemacht hat. Nach dem Motto: Nimm’s als Anleitung zum Weiterlernen, Tun, Vertiefen und Dranbleiben. Digital hat erst begonnen und dir hat jemand eine Tür gezeigt. Du kannst durchgehen. Also: Mach. Was. Draus!

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