Online-Marketing bei Thermondo: Die Heizungshelden

25. Dezember 2015 Kommentar Link zu diesem Artikel –  Erschienen in: Internet World Business

Seit die Energieeinsparverordnung in Kraft getreten ist, werden Heizungsanlagen samt Montage auch im Internet gehandelt. Der Heizungsbauer Thermondo profitiert davon.

Wenn eine Heizanlage älter als 30 Jahre alt ist, muss sie – bis auf Ausnahmen – ausgetauscht werden. Das schreibt die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) seit Januar 2015 vor. Das SHK-Handwerk (Sanitär, Heizung, Klima) wird davon profitieren. „Allerdings sind die Prozesse dort noch ineffizient und der Markt ist fragmentiert“, sagt Stephan Herwig, zuständig für die Kundenakquise bei Thermondo, einem Ende 2012 gegründeten Heizungsbauer mit E-Commerce-Ansatz. Es daure, bis sanierungswillige Hausbesitzer das Angebot eines SHK-Betriebs erhalten. Zudem gebe es von diesen Handwerksfirmen im Web nur spärlich Informationen zu aktuellen Sanierungsthemen.

Thermondo hat dieses Potenzial erkannt. Die Berliner setzen auf einen schnellen, einfachen Heizungswechsel für Ein- und Zweifamilienhäuser. Dazu haben sie den Kaufzyklus neu aufgerollt und digitalisiert. Thermondos Online-Kommunikation fußt im Wesentlichen auf Google AdWords, Display Advertising und Content-Marketing sowie einigen regionalen Landing-Pages. Zielgruppe sind Online-affine Hausbesitzer ab 55 Jahren. Inhaltlicher Aufhänger ist beispielsweise ein Vergleich der Heizkosten vor und nach der Sanierung. Ein Newsletter liefert potenziellen Kunden immer wieder Tipps, um ihre Entscheidung reifen zu lassen. Denn der Kauf wird nicht von heute auf morgen entschieden. „Vom Traffic-Einkauf bis hin zur Conversion kann es schon drei bis vier Monate dauern“, sagt Herwig.

Das tut dem Erfolg von Thermondo keinen Abbruch: Schon 2014 rühmte sich der SHK-Neuling mit einem monatlichen Umsatzwachstum von 30 Prozent, „größter Installateur Deutschlands von Heizungen für Ein-bis Zweifamilienhäuser“ zu sein. Angesichts dieser Entwicklung verpassten im April die Gesellschafter Eon, IBB Beteiligungsgesellschaft, Grey Corp, Holtzbrinck Ventures und Rocket Internet dem Start-up eine Finanzspritze in Höhe von sechs Millionen Euro.

TV-Spots werden geschoben

Der Prozess bis zum Kauf einer neuen Heizanlage dauert bei Thermondo in der Regel bis zu vier Wochen – je nach Nachfrage und Region. Ausgangspunkt ist meist ein datenbankgestützter Algorithmen-Check, der anhand von 16 Eckdaten wie Baujahr, Wohnfläche oder Brennstoff das beste Angebot herausfiltert.

Ein Thermondo-Handwerksmeister übermittelt dem Kunden das von ihm geprüfte Angebot binnen 45 Minuten per E-Mail: Neben Heizung und Montage enthält dies auch Demontage und Entsorgung des alten Brenners. Außerdem werden Fördermöglichkeiten und die Kommunikation mit dem Schornsteinfeger und dem Netzbetreiber geregelt. „Grundsätzlich können wir zwei Tage, nachdem der Kunde das Angebot angenommen hat, einbauen“, berichtet Herwig stolz. Wenn sich Verzögerungen ergäben, seien diese meist auf Förder- oder Finanzierungsanträge zurückzuführen.

Die Handwerker-Teams kommen gut ausgerüstet auf zur Baustelle. Mit der „Thermondo Heizungshelden App“ scannen sie alle verbauten Artikel und errechnen so das benötigte Material. „Unser Warenwirtschaftssystem löst eine Nachorder beim Großhändler aus, sodass sich unsere Handwerker auf die Installation konzentrieren können“, sagt Herwig.

Weil das Unternehmen mit Online-Werbung eine höhere Nachfrage erzielt als mit klassischer Werbung, haben die Berliner TV- und Radio-Werbung erst einmal auf 2016 verschoben. Aber auch die digitalen Werbemaßnahmen werden ständig an die aktuelle Situation angepasst. Im Moment werde beispielsweise weniger in Bannerund Paid Search investiert: Die Handwerker sollen zwar optimal ausgelastet sein, aber ohne, dass die Qualität darunter leidet.

 

Der Heizungsbauer Thermondo

  • 120 festangestellte Mitarbeiter. 80 davon in der Zentrale in Berlin
  • 150.000 Besucher monatlich auf Thermondo.de, davon 75 Prozent Erstbesucher
  • 50.000 Leads seit dem operativem Launch im November 2013
  • 13 regionale Google-AdWords-Konten für Search und Display

 

 

 

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