Online Marketing Rockstars 2014: Spritziger Digitalmarketing-Cocktail

21. Februar 2014 Kommentar Link zu diesem Artikel

Die Online Marketing Rockstars in Hamburg sind groß geworden, aber kein bisschen erwachsen – und das ist gut so.

Mit Verve präsentierten heute Digital-Marketer wie der Buzzfeed-Gründer Jonah Peretti, der Harvard-Professor Benjamin Edelman, Christoph Schäfer (Performance Media), Rand Fishkin (MOZ) oder Ben Huh (Cheezburger) einen spritzigen Cocktail an Strategien und Taktiken für Native Advertising und Social Media. Aber auch der „Tanz mit Elefanten“ (Edelman) wie Google stand auf der Agenda. Außerdem sei der Drop im Performance-Marketing von Search hin zu Display an dieser Stelle nicht vergessen. Während Elvir Omerbegovic, Gründer des Rap-Labels Selfmade Records, anschaulich beschrieb, wie er den kommerziellen Erfolg von Kombos wie Kolllegah, Genetikk oder Casper abseits der klassischen Medien und Vertriebskanäle angeschoben hat, rockte auch ein „Classic“ die Bühne – Michael Trautmann (Thjnk) mit Cross-over-Erkenntnissen und – holla – einer eigenen Gesangkostprobe. Im Fokus seines Vortrags standen „Good Data, ganz ohne zu verfolgen“, Pull-Mechanismen und Storytelling. Und übrigens: Der Mann kann singen!

Ben Huh rockt mit Native-Advertising-Insights

Was ist angekommen?

Fasziniert hat mich, dass laut Peretti im Social Publishing langer Content – wir sprechen von (printmäßig ausgedrückt) zwei DINA4-Seiten – auf einem mobilen Endgerät gelesen werden – mit eine durchschnittlichen Verweildauer der User von 18 bis 22 Minuten. Chapeau.

Edelman, der in Harvard Entwicklungen im Suchmaschinenmarketing analysiert, stellte unterdessen Googles Politik in Frage. Diese versuche in jüngerer Zeit, die generische Suche zugunsten der bezahlten in den Hintergrund zu drängen, skizzierte er anhand von Korrelationen bei den Ad-Words-Ausgaben und den generischen Ranking-Ergebnissen in einem 2013 veröffentlichten eBay-Experiment. Positiver formulierte es Fishkin in seinem Vortrag „Keeping up with Google“. Dort beschrieb der SEO-Experte was die jährlich 500 Algorithmen-Updates und vielerlei Google-Such-Kategorien wie News, Bilder, Shopping, Ortsbezogenes oder Videos für die SEO-Gemeinde bedeuten. Während er sich kritisch über die Strafen ausließ, die die Algorithmen-Generation Panda auf den Weg gebracht hatte, lobte Fishkin die Instant-Antworten von Google Suggest in der Version Hummingbird. „Die Antworten auf komplexere, längere Suchanfragen nehmen Rücksicht darauf, was die Suchenden tatsächlich meinen“, sagte Fishkin.

Folgt man Display-Advertiser Schäfer, dann hätten Banner und Co. bei den Werbeinvestitionen in den letzten 18 Monaten die Augenhöhe zu Search erreicht, weil sich deren Cost-Per-Order (CpO) durch gezieltere Auslieferung halbiert habe. Das sei kaufentscheidungsrelevanten Daten, extrem granularen Ansprachemöglichkeiten, Retargeting und Social zu verdanken. „Den mit Abstand besten CpO erzielen derzeit im Mobile-Bereich Vertragsprodukte für Handys, von Banken und Versicherungen: Kann keiner den massenhaften Traffic verwerten, sinkt dessen Preis“, sagt Schäfer. Der Manager freut sich übrigens schon darauf, „wenn TV zur Display-Werbung mutiert, der TV-Konsum suchorientiert bedient und zur Wunschzeit über IP-Netze geliefert wird“.

Fazit

Auch wenn ich mit ein wenig Wehmut an die erste, lange nicht so perfekt inszenierte Veranstaltung vor fünf Jahren denken muss (als Gründerpersönlichkeiten in Wohnzimmeratmosphäre verschärft aus dem Nähkästchen plauderten): Die Rockstars performten mit 2.000 Gästen im Hamburger „König-der-Löwen“-Theater absolut. Und: Sie haben sich facettenreich der ausufernden Detailarbeit in der Digitalen Wirtschaft angenommen. Sie wirkten reif, aber immer noch jung und immer noch ein bisschen wild.

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